Lektorat Vera Hesse

 

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Rezensionen der von mir lektorierten Bücher

Hier  stelle ich einige Bücher vor, die mir persönlich besonders gut gefallen haben.

 

Richard Judgeman, Die dritte Schöpfung

Vor-Worte zur geplanten Rezension: (24.11.2004)

Zu diesem Roman werde auch ich noch eine Rezension schreiben, denn obwohl ich sehr

viel gute Literatur gelesen habe, ist Richard Judgeman (Pseudonym) mittlerweile einer

meiner Lieblingsautoren, der leider noch keinen Verlag gefunden hat. Ich bin mir aber nach

wie vor sicher, dass er einen finden wird, denn mit seinem ersten Roman hat er ein

außergewöhnliches Debut abgelegt. Richard Judgeman kommt übrigens nicht aus dem

angelsächsischen Raum, sondern vielleicht aus Ungarn, aus Polen, aus Tschechien, aus

Russland oder einem anderen Land dort in der Nähe, mehr verrate ich nicht

   Für diesen Roman gibt es keine Schublade. Er ist ein Solitär, tatsächlich originell und

intelligent geschrieben und daher kann ich ihn nur in die sehr vielfältige Belletristik

einordnen. Judgeman besitzt eine sehr eigenständige und eigenwillige Phantasie, die mich

immer wieder erstaunt und begeistert hat. Insofern könnte ich diesen Roman einen

phantastischen nennen, allerdings keinesfalls zu verwechseln mit der gängigen "fantasy".

Davon hat dieser Roman überhaupt nichts. Aber selbst in die phantastische Literatur passt

er nicht so recht hinein, weil die Handlung trotz mancher seltsamer Wesen und Szenen,

die einem Gemälde von Hieronymus Bosch wie auch Albträumen entsprungen sein könnten,

sehr real und glaubhaft wirkt. Verblüfft hat mich dabei, wie Judgeman es schafft, durch

Understatement im Ausdruck höchste Intensität zu erreichen und im Leser die Emotionen

und die Spannung fast unerträglich zu steigern, und zwar durchgängig, vom Anfang bis zum

Ende. Judgemans einfache und glasklare Sprache wirkte zudem immer wieder wohltuend auf

mich.

   Das Ende des Romans nimmt noch einmal eine überraschende Wende und ist ein weiterer

Höhepunkt und zum Heulen schön. Also, bloß nicht zu neugierig sein und voreilig durchs

Schlüsselloch schauen! Insgesamt gesehen löst dieser Roman wirklich ein, was er anfangs

verspricht

 

                                                                                                Vera Hesse

 

 

Eine Reise durch zehn Dimensionen, aber alles andere als ein Science-Fiktion-

Roman.

 

Die Offenbarung des Johannes

20:1 Und ich sah einen Engel vom Himmel fahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine

große Kette in seiner Hand.

20:2 Und er griff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und band ihn

tausend Jahre

20:3 und warf ihn in den Abgrund und verschloß ihn und tat ein Siegel oben drauf, dass er nicht

mehr verführen sollte die Völker, bis dass vollendet würden die tausend Jahre. Danach muß er los

werden eine kleine Zeit.

 

Der Klappentext des Romans von Richard Judgeman lautet: Nach dem Tod ihres

Freundes wird Olga Kowalski von einem wiederkehrenden Albtraum heimgesucht.

Sie irrt durch eine eigenartige Welt, verfolgt von einem Jungen, der ihr aus einem

unerklärlichen Grund nach dem Leben trachtet. Die schrecklichen Visionen

ihres eigenen Todes erfüllen sie mit Entsetzen, als die Trennwand zwischen der

fiktiven Welt und der Realität zunehmend dünner wird und sie auf einmal nicht

mehr unterscheiden kann, was sie nur geträumt und was sie tatsächlich erlebt

hat. Ohne eine andere Wahl zu haben, gibt sie sich der neuen Welt hin und wird

plötzlich an Orte gebracht, deren Existenz sie bislang für ausgeschlossen hielt.

Was dann passiert, verändert ihr Leben für immer.

 

Die Romanheldin wird bereits in der Mitte des Romans sterben, aber zum Teil in

der Seele des verunglückten Yannick Kurasawa, der dem Tod haarscharf entgeht,

weiterleben. Schnell habe ich mich auch mit dem Doppelwesen Yannick/Olga

angefreundet. Yannick geht Olgas Weg weiter und schließt ihn erfolgreich ab –

allerdings mit einem anderen Happy End, als die Leser vermutet hätten.

 

In einem Roman darf man alles behaupten, auch den Körperwechsel der Seele oder

die Existenz des Teufels, es muss nur innerhalb der Romanwelt in sich schlüssig und

somit glaubhaft sein. Die außergewöhnlichsten Begebenheiten in Judgemans Roman

sind durchgängig logisch begründet und somit glaubhaft. Er nimmt den Leser auf eine

atemberaubende Reise durch zehn Dimensionen mit und am Ende stoße ich auf eine

verblüffende, aber mögliche Wahrheit über Gott, die nicht weniger möglich sein kann

als gängige Vorstellungen.

   Der Autor zeigt und begründet in nachvollziehbarer Weise, wie und weshalb die

Romanhelden die Dimensionen wechseln können; der Übergang von einer Dimension

in die nächste allerdings erfolgt – sehr einfach, altmodisch und märchenhaft – mithilfe

eines Armbands. Ich habe es als sehr angenehm empfunden, dass der Autor, wo er es

hätte tun können, mich nicht mit technischem Schnickschnack und

pseudowissenschaftlichem Halbwissen traktiert hat, denn die Priorität des Autors ist

die Seele des Menschen. In seinen kurzen, sehr reizvollen Vorspannen zu den

Kapiteln bezieht er sich allerdings auf den Physiker Stephen Hawking und die

Urknalltheorie, doch wie poetisch!

   Der Roman hat auch seine gewaltsamen, grausamen Szenen, vor allem zum

Ende hin, aber sie sind nie Selbstzweck und für die Romanhelden entsetzlich,

aber sie müssen auch dort hindurch.

 

Ich kann den Roman auf verschiedene Weise lesen: als Horrorfahrt durch Visionen

und Albträume der Seele Olga Kowalskis, aus der sie schließlich erlöst wird, weil sie

nicht davonläuft, sondern sich ihnen stellt. Auch wenn sie, wie der Autor sagt, keine

Wahl hat, so hätte sie auf ihrem schweren Weg doch weniger mutig sein können.

Ich kann den Roman als Gottsuche lesen, bei der Olga/Yannick als Voraussetzung

für ihre Begegnung mit Gott auch durch das Tor der Schmerzen schreiten

muss. Oder als unerträglich spannendes Abenteuer, in dem die zwei tapferen

Romanhelden in einer Person ihre Aufgaben, deren Schweregrad mit jeder

bestandenen Aufgabe zunimmt, bestehen müssen. Ich kann ihn auch als

Entwicklungsroman lesen oder als Aufruf, innerhalb seiner Möglichkeiten die

Verantwortung für den Zustand der Welt zu übernehmen, sich mit Haut und

Haaren einzumischen. Es ist ebenfalls ein Roman über Liebe, unerfüllte

Sehnsucht, Täuschung und Verrat sowie über das Böse – mit allen

Grauschattierungen dazwischen. Und dies ist nur eine Auswahl an Lesarten

und Interpretationsmöglichkeiten.

Aus diesen Gründen kann man den Roman immer wieder lesen, immer wieder neu.

Er spielt sich nicht nur über zehn Dimensionen ab, er ist auch vieldimensional.

Insofern hat er Qualitäten zum Longseller.

                                                                                                 Vera Hesse

 

Richard Judgeman, Die dritte Schöpfung, Roman, 303 Seiten, Paperback, Books on

Demand, ISBN 3-8334-1693-9, 20 €
 

Richard Judgeman kam in den achtziger Jahren zum Studium nach Deutschland.

Jahre später, nach der Promotion, beschloss er, sich der Schriftstellerei zu widmen,

um dem Alltag zu entfliehen und vor allem einen Ausgleich zu seinem technisch

orientierten Beruf herbeizuführen. Auf diese Weise entstand sein erster Roman  Die

dritte Schöpfung, der im September 2004 veröffentlicht wurde.
www.diedritteschoepfung.de mit Leseproben

 

 

2. REZENSION bei Amazon:

(4 Sterne von 5)

 

Matrix war gestern, 13. November 2004

Martin Goldberg

Was wie eine harmlose Mainstream-Geschichte beginnt, steigert sich zügig zu einer

multidimensionalen Schlacht um den Posten Gottes. Dabei geht es recht heftig zu.

Dimensionssprünge, Körperwechsel, Verführung durch das Böse, Schlachten und vor allem viel

Blut. Der Autor schafft es, all dies sehr plastisch und intelligent rüberzubringen.

Allerdings sollte jeder die Zeit und Ortsangaben zu den einzelnen Kapiteln sehr genau lesen,

da die Geschichte sonst zu verwirrend ist. Auch die recht komplexe Handlung und das

Verwirrspiel wer jetzt wer ist, fordern den ganzen Leser. Überhaupt setzt hier der Autor schon

einen recht hohen Intelligenzquotienten voraus.

   Der Mühe Lohn ist aber eine fesselnde Geschichte, die man immer wieder lesen kann, und

dabei neue Handlungsstränge und verborgene Zusammenhänge entdeckt.

 

 

1. REZENSION bei Amazon:

(3 Sterne von 5)

 

Fantasy extreme, 4. November 2004

Christian von Montfort

Bei diesem Fantasy-Werk eines jungen Autors geht es prinzipiell um den Kampf zwischen Gut

und Böse - und das über 10 Dimensionen hinweg! Das Buch fängt relativ moderat an mit der

Beziehung zwischen Olga Kowalski und Michael Crow, steigert sich dann aber zusehends, als

sich herausstellt, dass Michael ein Wesen aus einer höheren Dimension ist. Das ist angenehm,

denn er kann z.B. schwimmen gehen, ohne nass zu werden, oder auch seinen Körper - für ihn nur

eine Hülle in unserer Dimension - verlassen und woanders eindringen. Hier wird Reinkarnation

wahrhaftig gelebt. Zwischen den Dimensionen springt man - vielleicht etwas archaisch - mittels

Knöpfchen an einem Armreif hin und her. Das Ziel: über das Sonnensystem, die Galaxie und das

Universum in die 10.Dimension zu gelangen - und das ultimative Wesen, den Gott aller Götter, zu treffen!

   Der Reiz der Story ist das Matrix-artige, das Spiel mit den Realitäten und die Eingriffe aus der 

höheren Dimension in eine niedrigere. Mit zunehmend höheren Dimensionen wird es dann

allerdings abstruser: da erscheinen leibhaftige Monster, man trifft auf ein 'Tor des Schmerzes'

oder jemand tötet sogar Gott (!) - aber vielleicht war es auch nur einer seiner Körper. Mächtigste

Wesen der höchsten Ebenen kämpfen miteinander, stecken aber fest, falls sie zufällig ihr

Armband verlieren sollten. Metaphysik und Monster-Fantasy, epische Dramatik und Banalitäten

werden hier etwas sehr vermischt. Ähnlich wie bei Douglas Adams "Anhalter" ist prinzipiell alles

möglich, nur ist diese Story nicht witzig gemeint. Das kann manchmal verwirren, und deshalb sollte

man bei diesem Buch offen für jegliche Überraschung und Variation der Fantasy sein!

 

 

Gerhard Josten, Ein bisschen unsterblich wie Schach

 

 

Ein bisschen unsterblich …

 

… wie Schach wird am Ende der Held dieses Romans, der Engländer William Cartwright, ursprünglich Archäologe, etwas unfreiwilliger Inhaber eines Rüstungsbetriebes und Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes während des 2. Weltkrieges. Doch vorher muss er sich auf seiner verzweifelten Suche nach Unsterblichkeit intellektuell versteigen und viele Irrwege beschreiten, in seinen Kopfreisen und auf seinen Reisen in die Welt, bis er – durch das Schachspiel und eine neue Liebe – von seinen Phantasmagorien erlöst und somit dem Leben zurückgegeben wird.

   Einer der Auslöser seiner Irrfahrten, ob zum Alpha Centauri, in den Irak oder fast in den

Selbstmord hinein, ist ein vermeintlicher Orakelspruch eines tibetischen Mönches, auf den er gestoßen ist. Cartwright versucht ihn in seinem Sinne zu deuten, auch mithilfe des englischen Mathematikers Alan Turing, des Schachgenies Bobby Fischer, eines Journalisten und Schriftstellers sowie Joan, einer indischen Buddhistin und Widerstandskämpferin gegen die Nazis, um nur einige zu erwähnen.

  Aber nicht nur Cartwright versucht sich an der Entschlüsselung des rätselhaften Textes. Im Irak prophezeit der Onkel eines kleinen Jungen dessen steilen politischen Aufstieg aufgrund seiner Interpretation des Textes. Diese ausgesprochen lebensnah geschilderten Irak-Kapitel gehören für mich zu den unheimlichsten und erheiterndsten zugleich, ich habe sie sehr genossen.

 

Es sind eher Kleinigkeiten, die ich zu kritisieren habe, insgesamt fallen sie kaum ins Gewicht, zum Beispiel: William Cartwrights Erschütterung nach dem Tod seiner Jugendliebe Joan ist für meine Begriffe zu schwach dargestellt.

   Der Stil ist durchgängig etwas schwerfällig, manches ist umständlich ausgedrückt. Allerdings wäre es nicht mehr der Stil des Autors gewesen, wenn ich hier noch stärker eingegriffen hätte. So wie er jetzt ist, halte ich ihn für vertretbar. Stil ist nicht nur, aber auch eine Geschmacksfrage; viele Leser werden sich deshalb nicht an ihm stoßen. Der Autor hat eben mehr Wert auf den Inhalt gelegt.

 

Der erste Roman des Kölner Autors Gerhard Josten ist dennoch in einem ausgezeichneten Deutsch geschrieben, vom Thema her sehr interessant, über weite Strecken spannend, er ist unterhaltsam, dramatisch, oft auch zum Lachen, manchmal zum Weinen traurig oder beides zugleich – eine gelungene Mischung. Besonders amüsant ist es, mitzuerleben, wie sich der Romanheld innerhalb seiner zunehmend in sich geschlossenen Welt durchaus logisch verirren kann, denn er ist kein Dummkopf, dieser William, er hat nur viel Phantasie und eine große Sehnsucht. Ein aktuelles Thema heutzutage hinsichtlich der vergeblichen Suche jener Sinnsucher, die sich auf dem Holzweg befinden, indem sie selbsternannten, falschen Propheten folgen, von angeblichen Gurus bis zu Astrologen. William folgt wenigstens nur sich selbst.

 

Es handelt sich um eine ausgesprochen schöne Ausgabe im Hardcover, sehr leserfreundlich die breiteren Seiten als üblich, mit Lesebändchen und einem Titelbild von Samuel Bak. Auch insofern ist der Preis durchaus gerechtfertigt. Nicht nur Schachliebhaber werden ihre Freude an diesem Roman haben, dessen Kapitel als Überschrift jeweils einen Schachzug

der unsterblichen Schachpartie von 1851 darstellen (im Anhang acht berühmte Schachereignisse). Der Autor hat ebenfalls die Intention, anders als Stefan Zweig in seiner Schachnovelle und Nabokov in seinem Roman Lushins Verteidigung die positive Wirkung des Schachspiels hervorzuheben: Sein Held wird durch Schach gerettet. Stefan Zweig tritt übrigens als Romanfigur auf, wie manch andere Personen der Weltgeschichte; einige namentlich – aus der Logik des Romans heraus war dies notwendig – andere verschlüsselt. Die überzeugend geschriebenen Zweig-Kapitel sind gleichzeitig als Liebeserklärung  an den Dichter zu lesen.

                                                                                                   

                                                                                                                                                            Vera Hesse

 

Gerhard Josten, Ein bisschen unsterblich wie Schach, Roman, 256 Seiten, Books on

Demand, ISBN 3-8334-2101-0, 34,80 €

 

 

Gerhard Josten, Jahrgang 1938, aus Köln, ist ein Schachliebhaber und Mitglied in der

weltweiten „Initiativgruppe Königstein“, die der Herkunft des unsterblichen Schachspiels

auf der Spur ist, das in grauer Vorzeit irgendwo in Zentralasien entlang der Seidenstraße

von Indien bis zum Mittelmeer entstanden sein muss. Er verfasste bereits mehrere Bücher

zum Schachspiel. In diesem Roman verarbeitet er seine positiven Erfahrungen mit dem

königlichen Spiel, das ihn ein Leben lang begleitet hat.

http://www.mynetcologne.de/~nc-jostenge/  (U.a. Seite mit weiteren Büchern von Gerhard

Josten)

 

Zu Samuel Bak eine Auswahl:

http://www.chgs.umn.edu/Visual___Artistic_Resources/Samuel_Bak/Chess_in_the_Art_of

_Samuel_Bak/chess_in_the_art_of_samuel_bak.html

http://www.chgs.umn.edu/Visual___Artistic_Resources/Samuel_Bak/samuel_bak.html

http://www.puckergallery.com/samuel_bak.html Pucker Gallery, Boston

http://www.juedischesmuseum.de/geschichte/ausstellungen_6.html

http://www.kunsthandel-krausz.de/deutsch/kuenstler/bak/bio_bak.html

http://www.panorama-museum.de/html/body_kataloge.html

 

 

 

 

Kurt Schröter, Mann, was nun?
 

Kurt Schröter

Mann, was nun?
Diagnose Prostatakrebs – Ein Erfahrungsbericht



2006, 156 Seiten, 
ISBN 3-89967-271-2, 
Preis: 15,- Euro

Prostata-Krebs: Die Diagnose hat das Leben von Kurt Schröter und seiner Frau verändert. Er hat die Prozeduren von Diagnostik und Therapie überlebt, die depressiven Phasen und Sexualprobleme verarbeitet – und seine Geschichte aufgeschrieben: authentisch, nachvollziehbar, ermutigend. Der Autor arbeitet als Psychotherapeut – er war selbst gut beraten und gibt seinen Rat an Betroffene weiter.

Papst Science Publishers: http://www.pabst-publishers.de/

Aus dem Vorwort von Wolfgang Petter, Vorsitzender des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.:

Na endlich, dachte ich spontan, als ich das Manuskript zu Mann, was nun? in den Händen hielt. Endlich ein Buch, das sehr genau beschreibt, wie es einem Mann mit einer Prostataerkrankung mit Ärzten, Krankenhäusern und den Operationsfolgen ergehen kann und der einen eigenen guten Weg im Umgang damit gefunden hat.
Seit meiner eigenen Krebserkrankung und Operation weiß ich, wie wenig Rat und Aufklärung Männer in dieser Situation bekommen. Ich bin sicher: Nur wer Bescheid weiß, kann mit seiner Krankheit besser umgehen.
(...)

Dem kann ich mich nur anschließen. Diesen Bericht von Kurt Schröter, der bereits mit 46 Jahren an Prostatakrebs erkrankt war, habe ich zudem sehr gerne gelesen. Wenngleich der Inhalt in solchen Berichten im Vordergrund steht, hat mich auch Kurts lebendiger, flüssiger Stil begeistert.
Nur ältere Männer können Prostatakrebs bekommen? Aber nein, deshalb möchte ich dieses Buch gerade auch jüngeren empfehlen.

 

 


Wolfgang A. Gogolin, Beamte und Erotik




Klappentext:
Vielen Menschen läuft es warm am Bein herunter, wenn sie ihre Vorurteile über Beamte bestätigt sehen. Deren Sexappeal beschränkt sich angeblich auf ausgeprägte Ordnungsliebe, im übrigen täten die Herrschaften in den Ämtern nichts. Dabei machen Beamte sehr wohl etwas: Sie machen sich Gedanken! Über das Dasein und das Hiersein, über Erotik und Obsession, über Beförderung und Karriere, über Mett und Wurst. 
Davon handeln diese kurzen Geschichten. Und jeder, der bisher die hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums belächelte oder gar respektlos schmähte, wird auch etwas machen: Er wird sich schämen und Amtsträgern künftig mit der gebotenen Hochachtung entgegentreten.

Zur Entspannung sind auch sechs garantiert beamtenfreie Stories dabei!
                                

                                              Erotische Beamte

In Gogolins Erzählband erwarten die Leser keine dämlichen Beamten-Vorurteile auf Bildzeitungsniveau, sondern Geschichten mit intelligentem, umwerfendem Humor. Noch nie ist das Lektorat für mich so vergnüglich gewesen.
   "Hagelstein, hast du schon gehört", flüsterte Fromm, "man hat meinen Nachfolger bestimmt. Es ist ..."Fromm kam ins sprachliche Stolpern, "es ist eine ..." Er nahm noch einen großen Schluck Sekt zu sich und Hagelstein schaute ihn fragend an. "Es ist eine Frau!" Jetzt war es heraus. Das Wort "Frau" betonte er, als wäre er auf eine Tarantel getreten, deren Gedärme nunmehr an den Rändern seines Schuhs hervorquollen. Hagelstein nahm ebenfalls einen kräftigen Schluck und erwiderte: "Igitt!" Die Herren des höheren Verwaltungsdienstes assoziierten kollektiv ... Und wie sich Oberregierungsrat Hagelstein dann durch das Wort "Titten" auf so himmelschreiende Weise blamieren wird, dass der Leser aufheult und entsetzlich mitleidet, kann ich nur der seelischen Grausamkeit seines teuflisch gemeinen Schöpfers zurechnen.
   Dennoch, der Autor liebt sie alle, denunziert keines seiner Geschöpfe, sind sie doch Menschen wie du und ich. Zum Beispiel Regierungsobersekretärin Katrin Schmitz, geschrieben mit "tz" wie "Tür zu", (...) im fortgeschrittenen heiratsfähigen Alter, die einen Mann sucht, dann ein Kind, um nie wieder zu arbeiten.
   Oder die Verkäuferin Brigitte, die das Verfallsdatum auf der Stirn ihrer Mitmenschen sieht.
   Oder der Sozialamtsbeamte Jens-Uwe Müller, der mit "Fettarschqualle" beschimpft und verprügelt wird.
   Oder der grundgütige Dieter, der keine potemkinschen Dörfer aus bemalten Kulissen errichtet, sondern Aktenberge, um Arbeit vorzutäuschen und dem Leistungsdruck zu entgehen. Der holt ihn schließlich doch bei seiner agilen Kollegin Katharina ein
   Oder in "Weibliche Problemlösungstechnik" Ingrid und Barbara, zwei stattliche Urgesteine und lebendes Inventar des Bezirksamtes, die auf der Glasfläche des Kopierers einen Fleck entdecken. Und ein Haar. Ein Schamhaar!
   Oder Grete Steinbrück, die füllige Beamtin in der Endstufe des mittleren Dienstes, die in den Widerstand gegen die braungraue Soße ihres Beamtendaseins geht und sich in Catwomen verwandelt.
   Oder Bauer Walter, der plötzlich seine Frau Erika, seit die neuen Nachbarn eingezogen sind, durch "ausgefallene" Sexpraktiken irritiert. So viele Ehejahre und dann so etwas. (...)
"An was denkst du gerade?", fragte der Aktivist (...) "An Butter", sagte sie (...) "An Butter? ... Du ... Tier!", raunte Walter kehlig. Erika beschloss, aufgrund dieses Missverständnisses, künftig auch keine Butter mehr im Hause zu haben.
Doch dann sollte ein harmloser Teelöffel eine ausschlaggebende Rolle spielen.
   Oder Verwaltungsbeamtin Trudi, die mit Quarkbollern gegen Bürgerschweine vorgeht und sich nackt auf den Schreibtisch ihres Chefchen legt.

Es ist nur logisch, dass dieses Buch in einem Reiseliteratur-Verlag erschienen ist, denn es eignet sich vortrefflich dafür, in der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit gelesen zu werden, falls die Bahn dabei nicht entgleist, wenn zu viele auf einmal vor Lachen vom Sitz fallen. Auch die Pendler können sich die Wartezeit bereits auf dem Bahnsteig 
 die Bundesbahn hat mal wieder Verspätung – versüßen.
Dabei aber nicht den Zug verpassen!

                                                                                       Vera Hesse


Wolfgang A. Gogolin, Beamte und Erotik, Kurzgeschichten, 104 Seiten, Traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag, ISBN 3-937274-96-0, 6,90 €


http://www.beamte-und-erotik.de/

Weitere Bücher des Autors:

http://www.puppenkasper.de/
Weibliche Macht-Männliche Ohnmacht, ein Männerroman.

http://www.karawane-des-grauens.de/
Roman; der Vorläufer  der Kurzgeschichten.

http://www.wortwerk-hamburg.de/

Wir mögen Bücher – darum machen wir welche !

Es gibt noch Literatur jenseits von Bestsellerlisten und Großverlagen. WortWerk Hamburg ist eine Vereinigung von verlagsunabhängigen Autoren mit eigenen Vorstellungen. Bücher sollen Spaß machen! Das können sie auch, wenn nicht bei jedem Halbsatz ausschliesslich auf Marktchancen und Zielgruppen geschielt wird. Denn Texte, die jedermann gefallen sollen, werden nur allzu oft auf einen stromlinienförmigen Nenner reduziert. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die Bücher tatsächlich gelesen werden oder ein jungfräuliches Dasein in einem gut sortierten Bücherregal fristen.

Warum nicht mal anders?
 

 


Bernd Xaver Langlois, Felix Hagen. Im Reich der ewigen Zeit
 

Klappentext:
Felix` phantastisches Abenteuer fängt mit einem vermeintlich harmlosen Bücherfund an. Doch welche Macht eines dieser Bücher besitzt, wird Felix und seinen beiden Freunden erst bewusst, als es schon zu spät ist. Als sie einen magischen Spruch aus dem Buch laut lesen, verfehlt der seine Wirkung nicht und sie landen recht unsanft "im Reich der ewigen Zeit". Alle Geschöpfe der Märchen- und Sagenwelt lebten hier, doch die ursprüngliche Landschaft ist zur Steinwüste geworden und die meisten dieser Geschöpfe sind ebenfalls versteinert. Die Hexe Ehfigele hat diese Untat begangen, um endlich ihren Widersacher, den mächtigen Elben Agenum zu besiegen und die Macht im Reich an sich zu reißen. In diese Fehde stolpern die drei und natürlich läuft einiges schief. Dabei werden auch die Freunde von Felix zu Stein verwandelt. Kurz darauf erfährt Felix, dass er ein Elbe ist und Agenum sein Großvater. Er entdeckt ungeahnte Kräfte in sich und befreundet sich mit der zickigen Fee Myriel und mit Lotterich, einem Zwerg vom Stamme der Eberleut.
Auf Lotterichs Schweinen reitet Felix mit den beiden in Ehfigeles Reich, um dort das "Buch der Zeiten" zu suchen. Nur mit einem Spruch aus diesem Buch können die Versteinerungen rückgängig gemacht werden. Doch allerlei Hindernisse und Gefahren müssen sie dabei meistern. So treffen sie auf die Angst, der sie nur knapp entkommen, oder auf Berban, den Feenjäger. Aber mithilfe von Frau Uhmine, einer Spinne und den lustigen Schnüren Snaryl, Snyril und Snyra gelingt am Schluss das, woran keiner mehr geglaubt hatte.


                                               
                                            
             Rühmliche Ausnahme  

                                                                          
Eigentlich ... wollte ich keine Fantasy-Romane mehr lektorieren. Nachdem ich drei lektoriert hatte, war mir klar, dass dieses Genre nicht mein Ding ist und ich
zunehmend darunter litt.
Aber Bernd Xaver Langlois` Leseprobe hat mich dann doch überzeugt, eine Ausnahme zu machen, und ich habe es nicht bereut, im Gegenteil: Es hat mir viel Spaß gemacht, daran zu arbeiten. Überzeugt hat mich zunächst der auf einem Schwein reitende, etwas schmuddelige Herr Lotterich vom Stamm der Ebersleut. Der stand so lebendig vor mir, dass ich auch die anderen empfing. Jede der Personen hat einen eigenen, unverwechselbaren Charakter, was mich sehr für sie einnahm, zudem Empfindlichkeiten und Macken wie die Fee Myriel, die sich in Felix verknallt. Eine wunderbare, zarte Liebesgeschichte beginnt ... Ich habe alle sehr liebgewonnen, auch die böse Hexe Ehfigele, die ein tragisches Geheimnis in sich trägt.
   Dies ist ein Fantasy-Roman ohne die obligatorischen bösen "Orks", dafür mit viel eigener, überbordender Fantasie und besonders mit einer großen Portion Humor. Nicht nur Kinder werden viel Spaß daran haben. Der Roman ist spannend und abwechslungsreich, zudem  in einem mitreißenden Stil geschrieben. Ich kann es nur empfehlen.

Bernd Xaver Langlois hat eine schöne Ausgabe geschaffen, die neben dem Text selbst ebenso ihren Preis wert ist. Sie ist etwas breiter geraten als ein Taschenbuch, in großer, leserfreundlicher Schrift.
   Auch wenn der Autor die direkte Beziehung mit seinen Lesern liebt, so hätte dieser professionell geschriebene Roman doch einen Verlag verdient.

                                                                                                            Vera Hesse

 

Bernd Xaver Langlois, Felix Hagen. Im Reich der ewigen Zeit, ISBN 3-00-015234-2,
16,90 €
Nur beim Autor zu bestellen:
http://www.felixhagen.de/index.html





 

William Wallace, Verlorene Seelen


CoverImage

William Wallace:
Verlorene Seelen
ISBN 3-8334-5344-3, Paperback, 24,90 EURO

442 Seiten
Books on Demand  

Winter 1943. Während die Alliierten einen Geleitzug auf die gefährliche Reise durch das von den Deutschen kontrollierte Gebiet im Nordmeer schicken, taucht vor den Küsten Norwegens mit dem Flugzeugträger Graf Zeppelin eine bis dahin nicht gekannte Bedrohung auf. In aller Eile stellt der MI 6 ein Kommandounternehmen zusammen, das den Träger noch im Trondheimfjord versenken soll. Bald schon finden sich die Agenten – und mit ihnen der norwegische Widerstandskämpfer Henrik Ibsen – verstrickt in einem Netz von Lügen und Verrat, das nicht nur von Kollaborateuren in den norwegischen Reihen, sondern auch von karrierebewussten Offizieren, bis hoch in die britische Admiralität hinein, gesponnen worden ist. Mit „Verlorene Seelen“, einem spannenden Spionage- und Seekriegsroman in der Tradition des Genre-Altmeisters Alistair McLean, stellt Wallace auch die zeitlose Frage nach der Verantwortung von Führenden für ihr Handeln und den Umgang mit ihren Untergebenen, indem er seinen Helden und seine Leser durch alle Vorzimmer der Hölle jagt.

2014: Dieses Buch habe ich damals leider nicht mehr rezensiert. Ich habe es aber ausgesprochen gerne gelesen: sehr spannend und gut geschrieben.